Muss ich vor einer psychedelischen Sitzung meine Medikamente nennen?

Ja. Für eine sichere psychedelische Begleitung müssen wir vorab deine aktuellen Medikamente und relevante körperliche oder psychische Vorerkrankungen kennen. Wenn dir der Datenschutz besonders wichtig ist, sind beschränkte Angaben oder eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung als Alternative möglich.

Warum die Angabe deiner Medikamente wichtig ist

Psychedelika können das serotonerge System, das Nervensystem sowie Kreislauf und Blutdruck beeinflussen. Bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, Antipsychotika, Stimulanzien oder Benzodiazepine können die Wirkung verändern, dämpfen oder Risiken erhöhen. Auch Vorerkrankungen können darüber entscheiden, ob eine Sitzung ratsam ist und wie wir Vorbereitung, Substanzwahl, Dosis und Nachsorge gestalten.

Welche Informationen wir konkret erfragen

Wir benötigen eine Übersicht über aktuell eingenommene Medikamente inklusive Dosierung, bekannte Diagnosen und relevante Vorerkrankungen. Dazu gehören insbesondere Herz Kreislauf Themen, neurologische oder psychiatrische Diagnosen, bekannte Unverträglichkeiten und frühere Erfahrungen mit psychedelischen Substanzen. Diese Informationen dienen ausschließlich der Einschätzung von Eignung und Sicherheit der Begleitung.

Privatsphäre wahren: Deine Optionen

Option 1: Teilweise Anonymisierung. Du kannst bei der Anmeldung deine Nachnamenangabe auf den Anfangsbuchstaben beschränken. Außerdem kannst du uns bitten, einige Wochen nach der Sitzung deine Daten aus unseren Systemen zu löschen, sodass anschließend keine Informationen mehr gespeichert sind.

Option 2: Ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung. Dein Hausarzt oder Psychiater kann schriftlich bestätigen, dass aus medizinischer Sicht keine Einwände gegen die Teilnahme bestehen. In diesem Fall erfolgt die medizinische Prüfung über deine behandelnde Praxis, ohne dass wir sensible Details im Intake erfassen müssen. Weitere Hintergründe findest du in diesem Beitrag: Medsiche gegevens delen.

So läuft die medizinische Einschätzung ab

Vor der Sitzung prüfen wir die Angaben und klären eventuelle Wechselwirkungen oder Kontraindikationen. Daraus leiten wir ab, ob und in welchem Rahmen eine Sitzung sinnvoll ist, welche Vorbereitung notwendig ist und welches Setting passt. Wenn Fragen offen bleiben, empfehlen wir eine Rücksprache mit deiner behandelnden Ärztin oder deinem behandelnden Arzt, gegebenenfalls mit einer schriftlichen Bestätigung der Unbedenklichkeit.

Wichtiger Hinweis zum Absetzen von Medikamenten

Bitte setze Medikamente niemals eigenständig ab oder verändere die Dosis nicht ohne ärztliche Rücksprache. Änderungen im Medikamentenplan können Risiken erhöhen und gehören in die Hände deiner behandelnden Fachperson.

Praktische nächste Schritte

Wenn du eine Sitzung planst, beginne am besten mit unserer Anmeldung. Dort kannst du die erforderlichen Informationen angeben oder uns mitteilen, wenn du eine ärztliche Bescheinigung einreichen möchtest: Anmeldung.

Fazit

Die Angabe deiner Medikamente und relevanten Vorerkrankungen ist für die Sicherheit einer psychedelischen Sitzung entscheidend. Wenn du besonderen Wert auf Privatsphäre legst, sind teilweise anonyme Angaben oder eine ärztliche Unbedenklichkeitsbescheinigung praktikable Wege, damit Sicherheit und Datenschutz gleichermaßen berücksichtigt werden.