Ja. Die MPATHY-Studie ist eine doppelblinde, randomisierte und kontrollierte Prüfung, die testet, ob MDMA als Zusatz zu einer etablierten Expositionstherapie die Behandlungsergebnisse bei Menschen mit gleichzeitig vorliegender Posttraumatischer Belastungsstörung und Alkoholgebrauchsstörung verbessern kann. Veröffentlicht wurde bislang das Studienprotokoll, nicht die Resultate.
Worum geht es in der MPATHY-Studie?
MPATHY steht für MDMA-assisted PTSD and Alcohol Therapy Trial. Das Forschungsteam untersucht, ob eine einmalige pharmakologische Unterstützung mit MDMA die Wirksamkeit einer bewährten integrierten verhaltenstherapeutischen Behandlung steigern kann. Diese Fragestellung ist klinisch relevant, weil PTBS und Alkoholgebrauchsstörung häufig zusammen auftreten und einander verstärken.
Warum ist die Kombination PTBS und Alkoholsucht so herausfordernd?
Beide Erkrankungen beeinflussen sich wechselseitig. Traumabezogene Symptome können Alkoholmissbrauch anheizen, während Alkoholkonsum die Verarbeitung traumatischer Erinnerungen und die Therapietreue erschwert. Selbst mit Goldstandard-Verfahren erreicht in Studien nur etwa die Hälfte eine klinisch bedeutsame Besserung. Zusätzliche Pharmakotherapie könnte hier eine Verstärkung der psychotherapeutischen Effekte ermöglichen.
Studiendesign in Kürze
Die Studie ist nach Angaben der Forschenden die erste doppelblinde, kontrollierte Prüfung, die MDMA gezielt als Zusatz zu einer integrierten Expositionstherapie für diese Komorbidität testet. Geplant sind 100 Teilnehmende mit diagnostizierter PTBS und Alkoholgebrauchsstörung. Alle erhalten COPE, ein manualisiertes, wissenschaftlich gestütztes Behandlungsprogramm mit zwölf Sitzungen, das PTBS und Substanzgebrauch integriert adressiert.
Die Experimentalgruppe erhält zusätzlich zwei MDMA-Sitzungen mit einer Gesamtdosis zwischen 80 bis 160 mg, jeweils ergänzt durch zwei Integrationssitzungen. Die Kontrollgruppe erhält als aktive Kontrolle zwei Sitzungen mit 250 mg Niacin, ebenfalls mit Integrationssitzungen. Alle Teilnehmenden werden regulär medizinisch begleitet.
Was wird gemessen?
Die zentrale PTBS-Messgröße ist die klinische Erhebung mittels CAPS-5. Für das Trinkverhalten wird die Zahl schwerer Trinktage pro Woche bestimmt und zusätzlich objektiv mit der Blutbiomarker-Messung von Phosphatidylethanol untermauert. Zu den sekundären Endpunkten zählen unter anderem Selbstbeurteilungen mit der PCL-5, der Anteil ohne schwere Trinktage, durchschnittliche Standardgläser pro Trinktag sowie Veränderungen bei Depression, Schlaf und traumabezogenen Denkmustern. Auch Therapieakzeptanz, Bindung an die Behandlung, Nebenwirkungen und die Kosteneffektivität werden erfasst.
Ethik, Sicherheit und Registrierung
Die Studie folgt der Deklaration von Helsinki und internationalen Good Clinical Practice-Richtlinien. Sie ist durch ein Ethikkomitee in Sydney bewilligt und unter NCT05709353 registriert. Derzeit liegt ein publiziertes Protokoll vor, Ergebnisse zur Wirksamkeit und Sicherheit werden nach Studienabschluss erwartet.
Bedeutung für Forschung und Versorgung
Sollten sich positive Resultate zeigen, wäre das ein Hinweis darauf, dass MDMA-unterstützte Therapie nicht nur bei alleiniger PTBS, sondern auch bei häufigen und komplexen Komorbiditäten wie gleichzeitiger PTBS und Alkoholgebrauchsstörung wirksam sein könnte. Die Einbeziehung eines objektiven Alkoholmarkers stärkt die Aussagekraft, und die Bewertung der Kosteneffektivität ist wichtig für mögliche spätere Implementierung im Versorgungssystem.
Praktische Hinweise für Betroffene
Von Selbstmedikation mit MDMA ist abzuraten. Wer von PTBS und problematischem Alkoholkonsum betroffen ist, sollte sich an integrierte, evidenzbasierte Angebote wenden und eine Behandlung wählen, die beide Problembereiche gleichzeitig adressiert. Wenn Sie sich grundsätzlich für legale, wissenschaftlich informierte psychedelikabegleitete Ansätze interessieren, informieren Sie sich über unser Einsatzgebiet und Rahmenbedingungen unter https://triptherapie.de/#therapie. Eine persönliche Einschätzung, ob und welche Angebote zu Ihnen passen, erhalten Sie über unsere unverbindliche Anmeldung unter https://triptherapie.de/#test. Retreat-Optionen auf Deutsch finden Sie hier: https://triptherapie.de/#retreats.
Wo finde ich weitere Details zur MPATHY-Studie?
Eine gut verständliche Zusammenfassung des Protokolls finden Sie im Trip Forum unter diesem Beitrag zur MPATHY-Studie. Dort werden Fragestellung, Design und Messgrößen des Trials übersichtlich erläutert.
Fazit
Die MPATHY-Studie prüft erstmals in einem doppelblinden, kontrollierten Setting, ob MDMA als Zusatz zu einer integrierten Expositionstherapie die Behandlung von gleichzeitiger PTBS und Alkoholgebrauchsstörung verbessern kann. Ergebnisse stehen noch aus, die methodische Anlage mit objektiven Alkoholmarkern und Kostenanalysen ist jedoch vielversprechend für die Bewertung künftiger Versorgungsoptionen.